Ermöglichende Strukturen

Dieses Blog hat ja unter anderem eine ähnliche Zielsetzung wie die Extras-Rubrik auf einer DVD. Neben Interviews und HIntergrundinformationen wird es hier auch ab und an ein Outtake, oder wie sie andernorts genannt werden Deleted Scenes zu sehen geben. Ausschnitte aus Kapiteln also, die wir zwar sehr gut finden, die es jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht ins Buch geschafft haben. Ein solcher Abschnitt aus dem Kapitel „Ermöglichende Strukturen: Einige Gedanken zu Strukturen und Leitung in Gemeinden“ macht heute den Anfang.

Und da mir das am Samstag beim erscheinungsFEST beim Vorlesen noch einmal aufgefallen ist möchte ich diesem Abschnitt ein Zitat aus dem ersten Kapitel zuordnen und so auf die gedankliche Brücke hinweisen die es hier für mich gibt.

An die Dreifaltigkeit glauben heißt davon überzeugt sein, daß im Ursprung alles Bestehenden und Existierenden Bewegung herrscht und ein ewiger Prozess von Leben und Liebesentäußerung in Gang ist.

An die Dreifaltigkeit glauben heißt davon ausgehen, daß Wahrheit mit Gemeinschaft einhergeht und nicht mit Ausschluß, daß Konsens besser die Wahrheit zum Ausdruck bringt als Durchsetzen und daß Mitwirkung und Mitbestimmung vieler besser ist als das Diktat eines einzelnen.

An die Dreifaltigkeit glauben heißt ja dazu sagen, daß alles mit allem zu tun hat und ein großes Ganzes bildet und daß die Einheit aus tausend Übereinkünften und nicht bloß aus einem einzigen Faktor erwächst.

Leonardo Boff, Kleine Trinitätslehre, 2. Aufl. (Düsseldorf: Patmos, 11), Seite 15.

Nun aber zu dem besagten Abschnitt der es nicht ins Buch geschafft hat:

Um meine Gedanken zu einer positiven Führungskultur zu verdeutlichen möchte ich das Bild einer Münze verwenden. Die Münze der Führungskultur hat zwei Seiten auf denen wir unterschiedliches entdecken. Auf der einen Seite entdecken wir eine direktive Führungskultur, die die Entwicklung vorgibt und im Extremfall alles bis zu kleinsten Einzelschritten bereits vorausgeplant hat. Um uns an dieser Stelle nicht falsch zu verstehen möchte ich anfügen, dass es diese direktive Führungskultur durchaus auch in so genannten Netzwerkorganisationen geben kann und dass sie nicht nur in nominell hierarchischen Strukturen auftritt.

Auf der anderen Seite der Münze sehen wir eine Führungskultur der Abstinenz von Führung. Aus Angst zu dominieren oder durch Erfahrungen aus der eigenen Geschichte ergreift niemand die Initiative und es entsteht ein Führungsvakuum. Alles wird möglichst immer offen gelassen um sich nicht festzulegen und den Gemeinschaftsprozess nicht zu manipulieren.

Beide Seiten dieser Münze stellen meiner Ansicht nach keine positive Führungskultur dar. Wenn wir diese Münze nun jedoch so andrehen dass sie auf der Tischplatte vor uns tanzt, dann ergibt sich das Bild einer sich schnell drehenden Münze die auf dem Tisch kreist. Beide Seiten der Münze sind zu sehen, verbinden sich jedoch zu einem neuen Bild das einer Kugel gleicht. Eine positive Führungskultur kann meiner Ansicht nach in diesem Bild erahnt werden. Das Ergreifen der Initiative wie auch ein sich bewusst zurücknehmen kombiniert ergeben eine gesunde Mischung in der sich eine positive Führungskultur entwickeln kann.

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Im Vergleich zur Extras-Rubrik einer DVD bietet dieses Blog ja die Möglichkeit dass wir in einen Austausch über die Gedanken kommen können. Aus diesem Grund würde ich mich sehr freuen wenn die Eine oder der Andere seine Gedanken dazu in einem Kommentar verpackt und auf diese Weise einen Dialog dazu auch hier ermöglicht.

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