beziehungsweise MOBIL

Gestern Abend habe ich mir einen TED-Vortrag von Stefana Broadbent angesehen. Darin spricht sie darüber wie die mobile Kommunikation Intimität fördert.

Es ist immer wieder davon zu hören, dass die Möglichkeiten der mobilen Kommunikation Menschen eher isolieren, als dass sie Beziehungen fördern. Broadbent weist in ihrem Vortrag darauf hin, dass mobile Kommunikation Intimität ermöglicht. Hierbei geht sie zunächst auf den Aspekt der Zerstreuung ein und spricht dann über die Umstände in denen Menschen mittels mobiler Möglichkeiten kommunizieren.

Kommunikationsverhalten in Zahlen

Ihre Meinung, dass mobile Kommunikation nicht unbedingt zur Zerstreuung führt und Menschen trotz hoher „Freundeszahlen“ isoliert werden, erläutert sie anhand einiger Zahlen: Während der durchschnittliche Facebook-Nutzer 120 Freunde hat, pflegt er dennoch, nach Angaben von Facebook, lediglich mit 4 – 6 Kontakten regelmäßigen Austausch. Ähnliche Zahlen treffen auch auf Benutzer von Chat-Programmen zu. Viele haben um die 100 Kontakte, chattet jedoch nur mit 2 – 5 Personen regelmäßig. Ein besondere 80-20 Regel stellte sie auch in der Handynutzng fest, 80% der Anrufe verteilen sich auf 4 Leute. Über Skype telefonieren die meisten Nutzer wohl lediglich mit 2 Personen regelmäßig. Sie sieht darin ein Indiz, dass mobile Kommunikation nicht zur Zerstreuung und Vereinsamung führt, sondern dass die Möglichkeiten vor allem dazu genutzt werden, Beziehungen zu pflegen.

Orte der mobilen Kommunikation

Den zweiten Schwerpunkt ihres Vortrages sehe ich in der Darstellung der Umstände in denen Menschen mobile Kommunikationswege nutzen. Hier führt sie eine ganze Reihe von Menschen an, die ihre Beziehungen auf diese Weise pflegen. Sie sieht hier vor allem die Kontaktmöglichkeiten in den Pausen bei der Arbeit, in Schule oder Univerität als bedeutend an. Menschen mit Migrationserfahrung oder solche, deren Freunde oder Verwandte weit entfernt wohnen, nutzen mobile Kommunikationswege zur Pflege ihrer Beziehungen. Auf diese Weise geben sie einander beispielsweise per Videochat Anteil an ihrem Leben und erfahren dabei Nähe. Ähnliches gilt für Freunde die während der Aufmerksamkeitspausen im Laufe des Arbeitstages miteinander chatten oder sich per SMS an ihrem Leben Anteil geben.

Was denkt ihr?

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